Peter Gallus
 

Willkommen bei Peter Gallus

Peter Gallus erzählt die Geschichte vom Ritter mit dem Eisernen Halsband:

Es ist
Ein Roman
     
  Es ist
Ein Theaterstück Uraufführung 2013
   
    Es wird
Ein Hörspiel
 
      Es wird
Ein Film
Es ist
Spannend!!!
     

 

Die Geschichte der wohl schillerndsten Persönlichkeit Westfalens:

Lambert von Oer ist "Der Ritter mit dem Eisernen Halsband"

Der Historische Konflikt
Das Theaterstück, "Das Halsband des Lambert von Oer", erzählt von dem Erbstreit der Familien von Oer und von Ascheberg. Der Konflikt war eine der letzten Fehden im Deutschen Reich und dauerte über 25 Jahre an. Das gesamte Münsterland wurde in Mitleidenschaft gezogen. Auf dem Höhepunkt des Streites überfiel Goddert von Harmen seinen Widersacher Lambert von Oer und legte ihm ein eisernes Halsband um. Ob sich Lambert von Oer von diesem Halsband befreien konnte, erfahren Sie in diesem Stück.

Zeitfenster
Wir eröffnen das Zeitfenster des Geschichtshintergrundes mit dem fränkischen Krieger Kakar, der im 9. Jahrhundert nördlich von Lüdinghausen, am Ufer der Stever, einen Wehrhof oder wie man damals sagte eine Motte baute.Seine Nachfahren geben der langsam wachsenden Burg den Namen Kakesbeck, doch ansonsten ereignet sich nicht viel in den kommenden Jahrhunderten, bis Lambert von Oer die Bühne betritt.
1440 tut er seinen ersten, bescheidenen Schrei, doch noch während seiner Kindheit wird das Ende des Mittelalters eingeläutet.
Er ist acht und Lüdinghausen brennt ab.
Er ist zwölf und der Papst krönt zum letzten Mal einen Kaiser: Friedrich den III.
Als Lambert dreizehn wird, beenden die Engländer den 100-jährigen Krieg und die Türken erobern Konstantinopel.
Und so geht es weiter: Gutenberg druckt die Bibel, Lambert schreibt Adelsgeschichte, in Basel baut man die erste Uni und in Moskau zieht man die Kreml-Mauer hoch; Lambert bastelt an der Burg Kakesbeck.
Fugger macht mit Handel ein Vermögen, Lambert legt sich aufs Plündern, der Graf von Cleve muss schlichten.
Papst Alexander VI zeugt Lucretia Borgia, Lambert zeugt drei Söhne, die nicht minder temperamentvoll sind.
Innozenz VIII erlässt die Hexenbulle und der Droste zu Vischering erlässt das Verbot seine Küchenjagd zu durchreiten, Lambert reitet trotzdem.
In den folgenden Jahren überstürzen sich die Ereignisse: Stever und Bodensee sind im gleichen Jahr zugefroren; die Lüdinghausener lesen die 29. Auflage des Hexenhammers, Kolumbus entdeckt Amerika, der erste Globus wird gebaut, in Lüdinghausen werden die Kehrwochen eingeführt und Lambert "beherbergt" eine ältliche, doch betuchte Witwe, Gisela von Gimpte ...
Treu sorgend umhegt er sie 9 Jahre - sie war zu einer Stippvisite gekommen - worauf sie ihm ihr Vermögen "die Mechelnschen Güter" vermacht. Kaum wieder zu Hause verklagt dieses Weib unseren Lambert. Ob Lambert geflucht hat? Er hat! Er sagte einen Satz, den er von seinem Freund von Berlichingen gehört hatte und damit begann eine Fehde, in deren zwanzigjährigen Verlauf das Münsterland in Schutt und Asche gelegt wurde.
Während dieses Streites, so sagen die Annalen, hat Bernd van Ermede "denn ersten Sten der St. Felicitas gelacht", der Italiener Amerigo vergab seinen Namen an Amerika, die Engländer erfanden das Pferderennen, Luther nagelte seine Thesen an die Schlosskirche und die Bayern erließen das Reinheitsgebot für unser Bier. Lambert und Konsorten stritten noch immer. Inzwischen schreiben wir den 25.7.1520. An diesem Tag erreicht der Konflikt seinen Höhepunkt und hier beginnt das Stück.

Die Beteiligten
Lambert und Söhne / Hermann von Ascheberg / Anna von Ascheberg geb. Gimbte / Gisela von Mecheln, geb. Gimbte / Bert von Beverförde / Cord von Gimbte / Goddert von Harmen / Jaspara von Harmen geb. von Ascheberg / Cord von Mecheln / Ritter Evert von der Recke zu Uentrup / Herzog Johann von Jülich, Cleve und Berg / Philipp I., Herzog von Braunschweig-Grubenhagen / Erich von Braunschweig, Bischof von Osnabrück und Paderborn / Johann Droste zu Vischering / der Götz von Berlichingen / Franz von Sickingen und natürlich Gurkendeev, der Hofnarr von Kakesbeck.

Die Historie des folgenschweren Erbstreites
Um 1465 lebte der landtagsfähige Ritter Cordt von Mecheln auf seinem Gutshof bei Ahlen. Er starb früh und hinterließ die Mechelnschen Güter seinem Sohn Cordt, welcher der Ehe mit Gisela von Gimbte entstammte. Auch der Sohn verstarb früh, und da es sonst keine Erben in grader Linie gab, so erbte seine Mutter die Güter. Die Witwe Gisela heiratete einen Ludwig von der Sünger. Mit dessen Tod war sie Alleinerbin der Güter, die zwischen Ahlen und Herbern lagen.
Durch einen Kaufvertrag von 1491 verkaufte die Witwe im Beisein gerichtlich bestellter Vormünder vor dem Richter Johann Bischopink in Münster das Erbe an Lambert von Oer und Gert von Beverförde. Die Käufer übernahmen die Grundschulden, die persönlichen Schulden der Witwe, zahlten ihr eine Summe von 300 Goldgulden und ihrem Bruder Cordt von Gimbte eine Abfindung von 150 Goldgulden, sowie eine zeitlich begrenzte Rente. Der Kaufvertrag war gültig und konnte lediglich innerhalb von Jahr und Tag durch Familienmitglieder angefochten werden.
Man darf annehmen, dass Gisela von Gimbte über ihre Verhältnisse lebte, das Gut nicht effizient verwaltete und deshalb in hohe Schulden geriet, wodurch ihr Schuldhaft und Strafe drohten.Die Schulden waren insgesamt so hoch, dass der Ehemann ihrer Nichte Anna von Gimbte, Hermann von Ascheberg, der später die Fehde entfesselte, sie nicht begleichen konnte und es vorzog auf den Tod der Tante zu warten, die an Altersdiabetes litt und bereits blind war.
Die Witwe Gisela wohnte nach dem Verkauf auf Gut Werries bei Gerd von Beverförde. Dieser trat seine Ansprüche aus dem Vertrag nach Maria Empfängnis 1493 an Lambert von Oer ab, worauf Gisela von Gimbte zu von Oer nach Kakesbeck in der Elvert zog.Am 16.02.1499 verzichtete Gisela von Gimbte vor dem Richter Klaus Bynoge zu Ascheberg auf alle Ansprüche aus dem Kaufvertrag.Im Gegenzug verpflichteten sich Lambert und seine Ehefrau Johanna von Midaggten, der Witwe eine Jahresrente wie folgt und auf Lebenszeit, jährlich zu Martini, zu liefern: 3 Malter Roggen, 2 Scheffel Bohnen, 2 Scheffel Weizen und 1 Scheffel Rübsamen nach münsterschem Maß, ferner 3 fette Schweine, 3 fette Kühe, 10 Rheinische Goldgulden, ein Küveken Butter und alle 3 Jahre einen Tabbert von besten Amsterdamer Tuch.
Nachdem Gisela von Gimbte Kakesbeck verlassen hatte, trat Hermann von Ascheberg, der angeheiratete Neffe, mit ihr in Verbindung. Unter seinem Einfluss erklärte Gisela am 10.06.1503 vor dem Richter Tydeman Wickede zu Dortmund den Kaufvertrag mit von Oer und Beverförde für ungültig.Man kann davon ausgehen, dass Gisela von Gimbte zu diesem Zeitpunkt und unter Einfluss Aschebergs nicht mehr in der Lage war, ihr Tun zu beurteilen.
Ihr Anwalt Dietrich Schmidt erklärte ihre schwere Behinderung und verlas ihre Aussage, nach der sie von Lambert von Oer und Gerd von Beverförde betrogen worden sei. Man habe ihr Nichts gezahlt und soweit doch etwas gezahlt worden sei, so hätten die Käufer den Vertrag um mehr als die Hälfte nicht erfüllt. Sie sei wider Willen zunächst auf Werries, später auf Kakesbeck festgehalten worden und hätte an letzterem Ort neun Jahre auf einem Turm zugebracht.
In der zweiten Urkunde vom 10. Juni 1503 (Anlage 4) klagte sie, Lambert von Oer und Gerhard Beverförde seien zu ihr gekommen und hätten ihr vorgespiegelt, das Gut sei mit Schulden so belastet, dass sie es nicht halten könne, sie solle es ihnen verkaufen und wollten ihr dafür eine bedeutende Leibzucht, und ferner 200 Goldgulden zur Verwendung geben. Als sie daraufhin die 200 Goldgulden erhalten und sie ihnen die Güter gelassen habe, sei sie wider ihren Willen statt nach Münster nach Werries, wo Gerd von Beverförde wohnte, und später wieder statt nach Münster nach Kakesbeck gebracht, und habe dort neun Jahre wider Willen auf einem Turm sitzen müssen. Lambert von Oer habe die Rentenbriefe, die sie bei Goddert Bispinck, "Unter dem Bogen" zu Münster in Verwahrung gegeben habe, ausgetauscht und ihr um die Hälfte gekürzte Rentenbriefe zurück gegeben. Von der Rente habe sie so gut wie nichts bekommen.
Gisela verkaufte die Güter am gleichen Tag an Hermann von Ascheberg und dessen Frau Anna. Diese strengten einen Prozess gegen Lambert von Oer an. Sie beantragten beim Landesfürsten, dem Domkapitel, der Ritterschaft und den Städten, den Kaufvertrag mit von Oer für ungültig zu erklären. Beim Prozess vor dem Münsterschen Offizialgericht erging kein Urteil.
Am Donnerstag nach Quasimodo Geniti 1504 wurde jedoch ein Kompromiss geschlossen. Die Parteien wollten danach ihre Ansprüche urkundlich beim fürstlichen Rentenmeister zu Wolbeck darstellen und der Fürst unter Beirat der Stände eine Entscheidung treffen, der sich beide Teile unterwerfen wollten.
Nach dem damals geltenden Sachsenspiegel hatten Erben eines Grundverkäufers das Recht, Veräußerungen an Familienfremde innerhalb Jahr und Tag anzufechten. Dieses Recht erlosch nur bei Verkauf durch Not, oder bei Zustimmung der Familie.Hermann von Ascheberg behauptete in seiner Darstellung, der Verkauf sei nicht aus Not heraus geschehen, sondern durch arglistige Täuschung der alten, blinden und simplen Witwe Gisela.Der Kauf sei auch ungültig, weil eine Verletzung über die Hälfte vorliege, was soviel hieß, man habe Gisela um mehr als die Hälfte übervorteilt. Zudem seien die Vormünder der Witwe nicht blutsverwandt gewesen und nicht vereidigt worden. Sodann legte Ascheberg die neuen Urkunden der Witwe vor.
Lambert von Oer protestierte gegen den Anspruch, den er als "unförmlich, unwahr, unwürdig, unglaublich, rechtlos, machtlos und unbündig" bezeichnete. Er berief sich auf den notariellen Kaufvertrag und redlichen Besitz. Von einer Verletzung über die Hälfte könne schon deswegen nicht die Rede sein, da nicht der Verkäufer, sondern nur der Käufer sich darauf berufen könne; indessen hätten er und Gert von Beverförde zwei Renten von 35 Goldgulden und 27 Mark, 3 Schilling übernommen, welche als Kapital zu 1300 Goldgulden zu taxieren seien, ferner hätten sie 1000 Goldgulden an Schulden und 150 Goldgulden Abfindung an Konrad von Gimbte gezahlt und der Witwe sodann die Höchstrente gegeben.
Unzweifelhaftes Recht sei, dass eine Witwe mit Zustimmung gerichtlich bestellter Vormünder kaufen und verkaufe könne, wie eine Mannsperson. Außerdem habe für Gisela Not vorgelegen, da sie wegen Überschuldung der Güter Arreste, Pfändungen und Bann habe erleiden müssen. Ihre Verwandten hätten die hilflose alte Dame damals nicht unterstützt, geschweige denn ihre Schulden bezahlt.
Es sei weder vorgeschrieben, dass Vormünder einer Frau blutsverwandt sein müssten, noch sei deren Vereidigung erforderlich. Auch habe Konrad von Gimbte, der Witwe Gisela einziger Bruder, Verwandter und Erbe dem Verkauf zugestimmt. Wenn Hermann von Ascheberg in Heiratskontrakten seiner Töchter Versprechungen gemacht habe, so gehe ihn, Lambert von Oer, das nichts an. Der Vorwurf, der ihm an Ehre und Ruf gehe, sei die Verleumdung, dass er die Witwe Gisela gefangen gehalten habe und die Unterstellung er habe die Rentenbriefe gefälscht.
Er wolle um kein Gut der Welt solche Schelt- und Schandworte dulden und achte diese auf tausend Goldgulden, die zur Strafe von Hermann von Ascheberg einzuziehen seien. Der Widerruf der Witwe Gisela sei nach allem Rechten unbündig, rechtlos und haltlos.
Mit den vorgelegten Rechtsauffassungen gelang es dem Vermittler Bischof Konrad von Rietberg nicht, einen Vergleich zustande zu bringen. Auch traf er keine sachliche Entscheidung.
Anna von Ascheberg, geb. von Gimbte, strengte dann von 1510 bis 1521 einen Prozess gegen von Oer an und verlor in zwei Instanzen vor dem Offizialgericht in Münster und in Köln, wo man ihr ewiges Stillschweigen auferlegte. Anna von Ascheberg schwieg allerdings nicht still, sondern wandte sich an Rom. Während dieser Prozess noch schwebte, heiratete 1517 Tochter Jaspara von Ascheberg Goddert von Harmen zu Horne und bekam, zusammen mit ihrer Schwester, die Evert von der Recke heiratete, die Mechelnschen Güter als Mitgift.
Goddert von Harmen und Evert von der Recke verlangten von Lambert von Oer die Herausgabe der Mechelnschen Güter und drohten mit Gewalt. Sie wandten sich an Bischof Erich von Münster, an ihren Landesherrn Herzog Johann von Jülich, Cleve und Berg, an die fürstlichen Räte, an Domkapitel und Stadt Münster. Der Bischof Erich riet Hermann von Ascheberg, sich aller Gewalt zu enthalten. Dieser antwortete 1518, die Sache liege nunmehr in der Hand seiner Schwiegersöhne und bekam die Antwort, man werde sich an Ascheberg halten, wenn der Oerschen Seite Schaden zugefügt werde.
Goddert von Harmen wandte sich indes an seinen alten Feldobristen Franz von Sickingen, der sich dann in mehreren Briefen bei Bischof und Domkapitel ohne Erfolg einsetzte. Der Bischof setzte in Abstimmung mit Herzog Johann von Cleve verschiedene gütliche Tage an, die jedoch von Goddert Harmen boykottiert wurden.
Am Jacobi, den 25. Juli 1520, einige Wochen vor einem neuerlichen Gütetermin überfiel Goddert von Harmen mit acht Reisigen den von der Kirche kommenden Lambert von Oer, schlug ihn vom Pferd und hängte ihm das eiserne Halsband um, ein in Nürnberg gefertigtes Marterwerkzeug. Das Halsband wog ca. 2,5 Kg, hatte Stacheln nach innen und eine Mechanik, die von außen nicht geöffnet werden konnte. Lambert musste beeiden, sich am kommenden Sonntag auf Haus Padberg im Sauerland zum Arrest zu stellen. Sein Pferd wurde Lambert weggenommen.
Da der Burgschmied von Kakesbeck das Halsband nicht öffnen konnte, begab sich Lambert von Oer nach Münster zu dem Waffenschmied Thiele Schwoll auf der Hörsterstraße.Schwoll fertigte mehrere Meißel mit einer Schneidenbreite von 4mm. Damit dornte er irrtümlich zwei Fenster von 12mm Durchmesser in die Gelenkseite des Halsbandes. Er erkannte seinen Irrtum und dornte ein Fenster von 35 mm Durchmesser auf die Schlossseite. Durch dieses Fenster konnte er die Schlossspangen aufhebeln.
Lambert begab sich anschließend zum Landtag nach Laerbrock und beschwerte sich bei den Ständen. Diese erklärten, er solle sich zu einem unparteiischen Fürsten begeben, sobald er wieder hergestellt sei, und sich dessen Urteil unterwerfen.
Lambert wählte den Bischof Erich von Osnabrück und Paderborn und den Herzog Philipp zu Braunschweig und Lüneburg. In der folgenden sieben Jahren kam es zu einer Fehde mit furchtbarem Ausmaß. Goddert von Harmen überfiel Kakesbeck und dessen behörige Güter. Es gab Brandschatzung und an die 15 Morde.
Berndt von Oer überfiel Haus Ichterloh und brannte Gut Evertynck nieder.
Goddert befehdete von Haus Padberg aus das Stift Münster. Berndt von Oer verfolgte ihn.
Es kam zu beiderseitigen Fehdebriefen, Schmähschriften und Verleumdungen.
Der Bischof Erich von Osnabrück verweigerte Gütetermine wegen des Meineides, denn Lambert war nicht auf Haus Padberg erschienen.
Goddert Harmen schlug alle gütlichen Tage des Herzogs von Cleve aus.
Hermann von Ascheberg floh nach Horne, seine Güter und die streitigen Mechelnschen Güter wurden von Bischof von Münster eingezogen.
Der Herzog von Cleve verbot Goddert Harmen den Aufenthalt in seinem Lande.
Harmen drohte, den Kaiser und Franz von Sickingen einzuschalten.
Im Jahre 1522 kam es anlässlich Lamberts Tod zu einem kurzen Waffenstillstand, doch 1523 entbrannte die Fehde erneut. Goddert Harmen dehnte jetzt die Fehde auf das ganze Stift Münster aus.
Wie es scheint, hat Goddert von Harmen sich mit Feinden des Stifts in Verbindung gesetzt oder dementsprechende Gerüchte verbreiten lassen.
Am Freitag nach Oculi 1526 wurde dem Bischof auf seinem Sitz in Wolbeck vorgetragen, dass ca. 4000 Landsknechte an der Grenze zum Amt Delmenhorst massierten; und ein Briefwechsel zwischen Harmen und dem Anführer der Landsknechte Hauptmann Hans von Halberstadt wurde aufgedeckt.
Nach den Landtagsakten kam es am Donnerstag nach Lucia 1527 zu einem Waffenstillstand.
Am 1. Mai 1528 schlossen die Parteien unter massivem Druck der Stände und der Stadt Münster einen Vergleich. Goddert Harmen verzichtete auf alle Ansprüche an den Mechelnschen Güter, Berndt von Oer zahlte eine Abfindung von 4500 Goldgulden.
Weder die Familie von Oer noch die von Ascheberg und Goddert Harmen, noch deren beiderseitige Helfer wurden wegen des, in der Fehde angerichteten, Schadens vom Landesfürsten oder seinen Untertanen belangt. Goddert von Harmen übergab die Burg Horne noch vor 1533 an den Sohn Diedrich. Er selbst ging vermutlich ins Ausland.
Lamberts Sohn Berndt – erster Droste zu Delmenhorst und Statthalter von Münster, wurde der mächtigste der von Oers im späten Mittelalter. Dessen Bruder Hermann, zweiter Droste zu Delmenhorst erhielt von ihm die Mechelnschen Güter als Abfindung. Der Bruder Gerhard von Oer wurde Domherr zu Osnabrück.
Ungefähr 60 Jahre später, am 20. März im Jahre 1588, erschlug Bernhard von Oer, Domherr der Aegidiikirche zu Münster und Urenkel des Lambert, den Komtur Melchior Droste zu Senden nach einem Streit bei der Hochzeitsfeier des Asche Arendes im Hof des Erbmarschalls Morrien.

Wie die Sache ausging, erfahren Sie in dem Theaterstück "Buße für Melchior oder die Rekatholisierung Münster".

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